Beate Selzer: „looking into pattern“

Die von Ruhe zeugenden Arbeiten zeigen eine irreale, aber doch vertraute Welt. Beate Selzer beschäftigt sich mit dem Verhältnis zwischen Abstraktion und Figuration. Auf der Suche nach Ausgewogenheit geht sie den Gegensätzen von Farb- und Linienspielen, von organischen und architektonischen Formen nach. Grundlage der präzisen Arrangements sind geometrische Urformen, grafische Muster und Strukturen, Ornamente, florale, vegetabile Elemente, die in ihren Arbeiten zusammengeführt werden.

Die mehrschichtig aufgebauten in Öl gemalten Bilder bestechen durch ihre Vielseitigkeit. Ihre durch Gesehenes und Gefundenes in einem langen wachsenden Prozess entstehenden Bilder erinnern an Textildesign, an die Formen der 60er und 70er Jahre.

Selzer arbeitet auf klein- und großformatigen MDF-Tafeln. Der Farbauftrag ist matt, diese Maltechnik erreicht sie durch die Beimischung von Pigmenten und Marmormehl. Die lasierenden Schichten erzeugen zwischen den dicht überlagert gemalten Strukturen durchschimmernde Effekte und lassen so eine Räumlichkeit entstehen, die sich erst nach und nach dem Betrachter erschließt.

Ein langsames Fließen unterbrochen von „Fremdartigem“ gibt den Arbeiten ihre besondere Ästhetik. Bäume scheinen abstrakt in einem Geflecht von geometrischen Formen und umgekehrt. Beate Selzer setzt meist asiatisch anmutende Elemente in ihre Muster, die auf den zweiten Blick fremd erscheinen sich aber dann langsam wieder in das harmonische Zusammenspiel der Farben und Formen einfügen. Trotz der Gegenstandslosigkeit rufen die Gemälde so Assoziationen von Landschaft, Ausschnitte und Einblicke wirklichkeitsnaher Gegebenheiten hervor. So schafft die Düsseldorferin ein eigenständiges Kunstwerk, eine Illusion erreicht durch ihre malerisch genaue Umsetzung. (Miriam Wolf)

Beate Selzer, geboren 1962, Düsseldorf. Studium der Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf bei Professor Jan Dibbets. Neben dem Förderpreis der Deutschen Bank, (Wasserturmstipendium, Mönchengladbach) und einem Atelierstipendium der Karl Hofer Gesellschaft (Berlin), war sie auf Ausstellungen u.a. in Berlin, Bremen, Düsseldorf, Hannover, Bochum, Aachen und Mönchengladbach zu sehen. Beate Selzer lebt und arbeitet in Mönchengladbach.