Philip von Mentzingen: „Lonely Planet Boy“

Ungewöhnlich stark bindet Philip von Mentzingen den Betrachter an seine Motive. Ungewöhnlich klar strukturiert er den Raum, eine offene Umgebung gibt den Fokus frei auf eine Person, ein Objekt, das allmählich aus einer kontemplativen Unschärfe heraus tritt. Assoziationen werden allein durch die malerische Kraft des Raumes geweckt, beginnen, das Bild zu einem narrativen Panoptikum zu verdichten. Die Erzählung scheint für einen Moment still zu stehen. Emotionen sind in ihrer Dynamik eingefroren und lauern doch im Hintergrund.

Animierte Melancholie nennt Mentzingen seine Bildsprache. Einer visuellen Meditation gleich verlaufen die groben Linien, gepaart mit dem Bildobjekt, weiter in unsere Köpfe. Die Einsamkeit oder Ungewissheit wird zum wesentlichen Gefühlsträger, die Welt dabei durch einen starken Moment ersetzt und vergessen gemacht.

Jüngst stellte Mentzingen in der Galerie Ulf Saupe in Berlin und bei Katz Contemporary in Zürich u.a. mit Francesco Clemente und Alex Katz aus. Mit Lonely Planet Boy startet der Maler jetzt seine erste Schau in der Hansestadt.“ (Uwe Goldenstein)

Philip von Mentzingen, geboren 1976, Salzburg, Österreich. Nach dem Besuch der „Escuela Massanna de Bellas Artes“ in Barcelona, Studium der Renaissance Techniken an der „Angel Academy“ in Florenz. Studium Malerei und Installationskunst bei Richard Clegg am „Chelsea College of Art and Design“ in London. Seit 2001 freischaffend tätig. Neben Ausstellungen auf nationaler Ebene war er auf Ausstellungen u.a. in Zürich, Malaga und County Kerry, Irland vertreten. Philip von Mentzingen lebt und arbeitet in Berlin.