Sabrina Small:„Synaptic dreams“

Als Körpergefühlsbilder lassen sich die kleinformatigen Arbeiten von Sabrina Small bezeichnen, die einzeln oder im Zusammenschluss in größerer Gruppe zu betrachten und erfahrbar sind. Großäugig erscheinen ihre Figuren und sind versehen mit sehr weiblichen Zügen. Beeinflusst vom Stil japanischer Tuschmalerei lehnen sich ihre Pinselzeichnungen in der  Erzählstruktur comicartigen Mangas an. Gezeichnet, gestickt oder gemalt strukturiert ihre filigrane und gleichzeitig gelöste Linie das Motiv. „Ihre Linie ist fließende Perfektion, lyrisch und poetisch.“ (Marc Ormond 2007) Ganz präzise gemalt oder in schwarzer Tusche gezeichnet, offenbaren sich die Details ihrer Darstellungen. Meisterlich beherrscht Small das künstlerische Spiel, um ihren surrealen Figurinen Leben einzuhauchen. Glitzerfaden, Perlen und Glitterstaub gehören neben Öl, Tempera und Tuschefarben zu Smalls handwerklichen Requisiten.

Ihre Bilder drücken eigene Empfindungen aus. In dieser Hinsicht hat Small neue Ausdrucksmöglichkeiten gefunden, um das innere Erleben nach Außen hin sichtbar zu machen. Zustände geistiger Verwirrung oder seelischer Instabilität verbildlichen sich in den organischen, liquiden, auslaufenden Farbgebilden, die sich beinahe bedrohlich um den Körper schlingen, aussehend wie menschliche Eingeweide. Die liquiden Farbmittel in melancholischen Tonalitäten unterstreichen wie in Brainstorm (2007) die unkontrollierbare Wirkung seelischer Erregungszustände, welche die Figuren in sich verselbstständigende, überschwappende oder nebulöse Farbblasen eintauchen lassen. Small zeigt die Frau als zerbrechliches Wesen, kindlich nackt und zerbrechlich treten eine geheimnisvolle Stimmung und ein geheimnisvolles Inneres in ihren Darstellungen hervor. Gliedmaße entsprechen nicht unbedingt der realistischen Physiognomie, bleiben teilweise unvollendet.

Sabrina Small ist 1968 in Philadelphia (USA) geboren. 2002 lebte Sie für einige Zeit in Berlin. Diese Zeit war für Sie auch sehr prägend und lässt sich auch in Ihrer Kunst erkennen. Neuerdings lebt sie wieder in Florida. Diese Umgebung löst Naturhaftes die melancholischen Impressionen von der Stadt und ihrem Innenleben wieder ab. (gekürzt, Dr. Annette Baumann, Kunsthistorikerin)